Flüchtlinge in Milos

Was bisher nur die ostägäischen Inseln betraf, ist nun auch in Milos zur Realität geworden. Vorletzte Nacht hat die Besatzung eines Bentonitfrachters in unmittelbarer Nähe von Milos ein Flüchtlingsboot angetroffen und dessen "Passagiere" gerettet. Auf der kleinen Motoryacht, ausgelegt für maximal 20 Personen, befanden sich über 100 Flüchtlinge, darunter 33 Kinder. Das Boot wurde in den Hafen von Adamas begleitet und liegt nun am Fähranleger. Dort hat die Gemeindeverwaltung zusammen mit der Hafenpolizei eine Art provisorische Aufnahmeeinrichtung errichtet. Die Flüchtlinge campieren in dem Konstrukt auf dem Anleger, das ja mehr eine Überdachung als ein richtiges Gebäude ist. Glücklicherweise ist das Wetter noch sehr sommerlich. Mobile Sanitäranlagen wurden installiert und für die medizinische Versorgung ist offensichtlich auch gesorgt. Die Hilfsbereitschaft der Einwohner von Milos ist groß, und so besteht derzeit bereits ein Überangebot an Kleidung, Decken und Lebensmitteln. Gemeindemitarbeiter organisieren den Bedarf und führen Listen mit potenziellen Spenden, die abgerufen werden, falls es nötig wird. Aktuell mangelt es noch an Unterwäsche und Rucksäcken.

Die Flüchtliche sollen demnächst aufs Festland in eine dafür vorgesehene Unterkunft gebracht werden. Obwohl Milos auf einen solchen Vorgang überhaupt nicht vorbereitet war, ist der Umgang damit sehr professionell und die Resonanz in der Bevölkerung vorbildlich.

Der Fähranleger als Flüchtlingsunterkunft
Der Fähranleger als Flüchtlingsunterkunft

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Kommentar von kokkinos vrachos |

jassas, schön zu lesen das die Hilfsbereitschaft der Einwohner von Milos groß ist.

vg aus Hamburg, kv