Fähre von Piräus nach Milos

Eine gänzlich andere Art der Anreise nach Milos ist die Fahrt mit der Fähre von Piräus. Wenn es um sachliche Überlegungen geht, überwiegen eher die Argumente für den Flug: Viel schneller, kein Transfer vom Flug- zum Fährhafen, weniger Geschleppe mit dem Gepäck und kein nennenswerter Preisunterschied. Aber wenn es um Emotionen geht, kommt die Fähre ins Spiel! Die Reise dauert mehrere Stunden, und dabei ist auch der Weg das Ziel. Man lässt den pulsierenden Großraum Athen hinter sich, taucht langsam ein in die Stille der Ägäis und nähert sich der ersehnten griechischen Inselwelt. Besonders eindrucksvoll ist dieser Effekt, wenn man zuvor ein paar Nächte in Athen verbracht hat. Beim Aufenthalt in der Stadt kommt man schon in Urlaubsstimmung, aber noch nicht zur Ruhe. Soll man ja auch gar nicht, denn Athen ist nun einmal eine turbulente Großstadt, die nie richtig schläft, voller Sinneseindrücke, Menschenmengen und Verkehr. Dieser Trubel gipfelt geradezu am Hafen in Piräus. Hier verdichtet sich alles nochmals, Reisende strömen aus der Metrostation, ein gelber Fluss aus Taxis mäandert durch das Hafengelände, Menschen und Fahrzeuge warten und drängen schließlich auf die Fähren. Und das Ganze natürlich auch in der Gegenrichtung.

Tickets für die Fähre

Fährtickets kann man in einem Reisebüro oder direkt bei der jeweiligen Fährgesellschaft kaufen, preislich darf das keinen Unterschied machen. Wenn man die Tickets online kauft, kann man sie mit dem Kaufbeleg in einer Verkaufstelle der Fährgesellschaft oder dem jeweiligen Fahrkartenkiosk am Hafen abholen. Jede Gesellschaft betreibt einen solchen Schalter innerhalb des Hafengeländes, in der Regel nahe der Anlegestelle ihrer Fähren.

Eine immer aktuelle Übersicht der Fährverbindungen nach und von Milos hält das Pirounakis Travel Office in Milos auf seiner Website bereit. Wer mit der Fähre von Milos abfährt, kann hier bequemerweise auch direkt seine Tickets kaufen. Pirounakis befindet sich unmittelbar am Hafen in Adamas.

Fahrpläne der Fähren nach und von Milos: milostravel.gr/en/dromologia-3/

Orientierung am Hafen von Piräus

Wirklich verlaufen kann man sich auf dem Gelände des Fährhafens eigentlich nicht. Aber da das Areal sehr groß ist, macht es bereits vor der Anreise nach Piräus Sinn, sich einen Überblick zu verschaffen. Insbesondere über die Lage der verschiedenen Gates, der Einfahrten in das ansonsten umzäunte Hafengebiet. Je nach Ziel der Fähren haben diese bestimmte Liegeplätze am Kai. Zum Beispiel starten die meisten Kykladenfähren bei den Gates E6 und E7. Wenn mann sich beim Buchen der Tickets vergewissert, zu welchem Gate man sich begeben muss, erspart man sich möglicherweise einen langen Fußweg um das Hafenbecken herum.

Lage der Gates: www.olp.gr/en/coastal-shipping/posts-ships-gates

Hotel in Piräus

Falls eine Übernachtung in Piräus erforderlich ist, weil die Fähre erst am nächsten Tag geht, kann ich das Phidias Piraeus Hotel empfehlen. Es liegt strategisch äußert günstig. Zum einen sind die Kykladen-Gates derart nah gelegen, dass der kostenlose Shuttleservice des Hotels gar nicht erst Gefahr läuft, im Stau stecken zu bleiben. Die Zeit zwischen Verlassen des Hotels und Ablegen der Fähre muss also nicht allzu großzügig kalkuliert werden. Zum anderen ist der Pasalimani (offiziell: Hafen von Zea) nur einen Häuserblock entfernt. Während das Gebiet um den Fährhafen wenig nette Möglichkeiten zur Abendgestaltung bietet, findet man hier das Gegenteil. Um den Pasalimani herum gibt es zahlreiche gute Restaurants, Tavernen und Cafes. Und ein abendlicher Spaziergang am Yachthafen ist auch eine angenehme Sache. 

Ich kenne das Phidias Hotel Piräus noch aus der Zeit vor seiner Renovierung vor wenigen Jahren, da hätte ich es nicht empfohlen. Mittlerweile präsentiert es sich aber in komplett neuem Look, sehr modern und mit teils äußerst großzügigen Zimmern. Und das alles zu vergleichsweise günstigen Preisen. Man darf das Hotel aber nicht mit dem fast gleichnamigen Phidias Hotel Athens in Thissio verwechseln.

Die Fahrt entlang der Westkykladen

Die Fähren zwischen Piräus und Milos fahren auf der sogenannten Westkykladenroute. Potenzielle Zwischenstopps sind die Inseln Serifos, Sifnos und Kimolos. Natürlich kostet ein solcher Zwischenaufenthalt Zeit, aber es gehört einfach dazu, vom Deck aus dem Treiben zuzusehen. Nach dem teils filigranen Anlegemanöver hat die Laderampe kaum auf der Mole aufgesetzt, und Autos und Fußgänger strömen aus dem Bauch der Fähre. Hafenpolizei und Fährpersonal dirigieren gleichzeitig all diejenigen in die Fähre hinein, deren Reise erst hier beginnt. Während man noch interessiert zuschaut, wie sich der Verkehr seinen Weg durch den Hafenort bahnt, hebt sich bereits die Rampe und die Fahrt geht weiter. Bemerkenswert ist auch der typische Duft der griechischen Inseln, der einem bereits an Deck entgehenweht, wenn man sich einer der anderen Inseln nähert. Es ist der gleiche, der einen auch in Milos erwartet. Man ist jetzt fast am Ziel.

Reisedauer mit der Fähre

Eine Schnellfähre wie der Speedrunner 3 von Aegean Speed Lines benötigt mit Zwischenstopps etwa 4 bis 4,5 Stunden für die Strecke zwischen Piräus und Milos. Für die selteneren Fälle, in denen er nonstop fährt, reichen 3,5 Stunden. Die klassischen Fähren wie zum Beispiel Adamatios Korais oder Dionysios Solomos brauchen ohnehin deutlich länger und legen meines Wissens immer zwei oder drei Zwischenstopps ein. Die Reise dauert damit dann 6,5 bis 7 Stunden.

Update 06/20