Karneval in Griechenland

In der griechisch-orthodoxen Kirche orientieren sich alle Termine des Osterfestkreises ebenso wie in der Westkirche am Datum des Ostersonntags. Wie dieses berechnet wird, habe ich zuvor bereits gründlich ausgeführt. Karneval (oder Fasching oder wie auch immer man regional dazu sagt) ist vereinfacht gesagt die letzte Chance, vor dem Beginn der österlichen Fastenzeit noch einmal ausgiebig Stimmung zu machen und sich uneingeschränkt kulinarischen und alkoholischen Genüssen hinzugeben.

Karneval (Apókries)

Die griechische Karnevalszeit umfasst drei Wochen, die eigene Namen tragen: Profoní, Kreatiní und Tirofágou. Während der gesamten Zeit verkleidet man sich gelegentlich schon mal beim gemeinsamen Feiern.

1. Profoní

Profoní gilt als die Ankündigungswoche, quasi das Vorglühen für den Karneval.

2. Kreatiní

Kreatiní, die "Fleischwoche", gilt als der Höhepunkt des Karnevals. Hier kann noch einmal richtig gefeiert und gevöllert werden, es besteht die letzte Chance für ungebremsten Fleischkonsum. Der wird insbesondere am Tsiknopémpti zelebriert, dem "Rauchdonnerstag". Dann ist haltloses Angrillen angesagt. In Milos stehen bereits Mittags vor vielen Restaurants Grills im Freien, auf denen massenhaft Souvlakia und andere Fleischigkeiten brutzeln. Manchmal wird der Tsiknopémpti mit dem deutschen Weiberfasching terminlich verglichen, was aber falsch ist. Weiberfasching ist der Donnerstag vor dem Faschingswochende, Tsiknopémpti hingegen ist eine Woche früher.

Am Ende der Kreatiní finden üblicherweise die Faschingsumzüge statt, vergleichbar mit denen in den mitteleuropäischen Faschingshochburgen.

3. Tirogáfou

Tirougáfou ist die "Käsewoche". Sie zählt noch nicht zur österlichen Fastenzeit, ist aber - in der Theorie jedenfalls - schon etwas spaßgebremst. Man ist angeraten, bereits auf Fleisch zu verzichten. Es bleiben also noch Milchprodukte und Eier, mit denen es dann eine Woche später in der Fastenzeit auch vorbei ist. In der Realität bleiben die Faschingsaktivitäten aber ab dem Rauchdonnerstag bis hin zum Beginn der Fastenzeit auf konstant hohem Niveau.

Ende der Karnevalszeit

In der Westkirche beginnt die Fastenzeit mit dem Aschermittwoch. In den wenigen Tagen davor, also am Wochenende, am Rosenmontag und am Faschingsdienstag kumulieren die Faschingsaktivitäten zu ihrem Maximum. In der griechisch-orthodoxen Kirche dagegen beginnt die Fastenzeit bereits am Montag, der dem westlichen Rosenmontag entspricht. Es ist der "Kathará Deftéra", der "Reine Montag".