Das Wrack vor Sarakiniko

Einen Tag nach dem Unglück (Foto: Birgit Hofmann)

Am 17.12.03 geriet der unter kambodschanischer Flagge fahrende Tanker "Africa" auf Höhe der Insel Hydra, also etwa auf halber Strecke zwischen Piräus und Milos, wegen eines Maschinenschadens in Seenot. Bei 11 Beaufort trieb das Schiff steuerlos auf die Nordküste von Milos zu. Nachdem der letzte Anker vor Glaronisia verlorenging und der zum Glück leere Tanker zwangsläufig an der Küste zu zerschellen drohte, evakuierte die griechische Kriegsmarine die Hälfte der Besatzung per Helikopter. Der Kapitän aber bestand darauf, mit einigen seiner Leute auf dem Schiff zu bleiben. Als sich die Lage zuspitzte und der Tanker schließlich im Dunkeln vor Sarakiniko auf Grund lief, war die Evakuierung der verbleibenden Crew nicht mehr möglich. Einige Einwohner von Milos, die das Drama mitbekommen hatten, fuhren zur Unglückstelle und beleuchteten mit Autoscheinwerfern die Küste. Der Besatzung gelang es schließlich, unbeschadet an Land zu schwimmen.

Letztendlich ist niemandem etwas passiert, der Tanker war leer, so dass auch die befürchtete Umweltverschmutzung ausblieb, und Milos wurde um eine - zugegebenermaßen etwas ungewöhnliche - Attraktion reicher. Jedenfalls erfreute sich das Wrack vor Sarakiniko bei Tauchern in den ersten Jahren nach dem Unglück großer Beliebtheit und erregte auch immer wieder die Neugier der Badegäste am Strand von Sarakiniko. Mittlerweile ist es nahezu völlig vom Rost zerfressen und die See gibt sich große Mühe, es gänzlich zu verschlucken.

Der Zerfall des Wracks im Laufe der Jahre

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