DSL in Milos
Dass die technische Entwicklung meist recht rasant abläuft, ist klar. Aber was den Internetzugang in Milos betrifft, habe ich die Situation vor ein paar Jahren völlig falsch eingeschätzt. Da ich zwar frei von vielen Zwängen aber gerade deshalb abhängig vom Internet bin, war ich immer brennend daran interessiert, auch auf der geliebten Insel meiner Arbeit nachgehen zu können. Lange Zeit hat mich ein 56K-Modem das Fürchten gelehrt - ein Gerät, dass in Mitteleuropa eigentlich schon lange nur noch in den Schauerlegenden vergreister Internetpioniere vorkommt. Selbst Pol musste in seinem Internetcafe die Kunden durch dieses Nadelöhr zwingen, anders war es nicht möglich.
Meine Einschätzung war damals, dass das Verlegen vernünftiger Datenkabel auf die griechischen Inseln noch lange Zeit brauchen wird. Und dass die handyverliebten, “kinitophilen” Griechen sicher viel rascher das UMTS-Netz ausbauen und auch auf diesem Weg den schnelleren Zugang zum Internet realisieren werden. Jedenfalls war ich Anfang 2004 einer der Ersten, der eine Vodafone-Datenkarte fürs Notebook sein Eigen nennen konnte. Mächtig stolz war ich, und die kabellose Freiheit war mir auch den horrenden Preis von damals 120,- EUR im Monat für ein mickriges Datenvolumen wert.
Vielleicht war ich zuviel mit den knallroten Vodafone-Highspeedfähren gefahren, als ich auf UMTS und Vodafone gesetzt habe. Jedenfalls gibt es bis heute kein UMTS-Netz in Milos. Dafür aber DSL 1000 über die Telefonleitung, ganz normal, ganz unspektakulär. Und zwar in Adamas und allen Orten um Triovasalos herum, Plakes, Tripiti usw. Im OTE-Office in Plaka hat man mir sogar beteuert, dass auch Pollonia bald angeschlossen sein wird und dass man inselweit plant, in Kürze auf DSL 2000 oder gar 3000 aufzustocken. Nun gut, ganz umsonst ist meine UMTS-Karte natürlich doch nicht. Immerhin kann ich zum Beispiel auf dem Profitis Ilias sitzen und mit 33 Kbit/s über GPRS im Internet surfen. Wenn ich das will…
