Krítamo / Krítama
Seit geraumer Zeit hole ich in regelmäßigen Abständen im “Glykophilema” bei Anezina Vamvouni neben den üblichen Bergen an Süßwerk ein kleines Gläschen mit einem eingelegten, mir bis dato unbekannten Kraut. Wir verwenden es ausschließlich als Beigabe zum Salat, nicht nur zum Choriatiki (Greek Salad) sondern eigentlich zu vielem, was irgendwie mediterran anmutet. Das Kraut ist in Salz-/Essigwasser eingelegt und hat einen sehr markanten Geschmack, so dass ich es eher sparsam dosiere. Wie üblich ist die Beschriftung der Gläschen sehr rudimentär - keine Ahnung, ob es dafür in Griechenland überhaupt irgendwelche Vorschriften gibt. Jedenfalls heißt es Krítamo, mehr Infos gibt es nicht, aber die Damen um Anezina beteuern, es werde an der Nordküste bei Papafrangas nahe dem Meer geerntet. Man muss ja nicht immer alles wissen, aber ohne irgendeine offiziell klingende Bezeichnung fällt es mir schwer, Gästen zu erklären, was ich ihnen da unter den Salat gemischt habe.
Jetzt hat sich das Mysterium um Anezinas Kraut gelichtet. Denn in der aktuellen Griechenland Zeitung finde ich einen Artikel von Waltraud Alberti aus Alonissos, die unter anderem Kräuterkunde-Seminare gibt und in der Zeitung seit einiger Zeit interessante Beiträge über griechische Wildkräuter und ähnliches verfasst. Bei ihr heißt das Kraut Krítama, zu Deutsch Meerfenchel und botanisch Chrithmum maritimum. Man kann ihn offensichtlich frisch zubereiten, indem man ihn kurz kocht, oder auch einlegen und auf diese Weise haltbar machen. Die Beschreibung passt und ich denke, ich werde in Zukunft erklären, dass es sich um Milischen Meerfenchel handelt, wenn wieder mal jemand argwöhnisch darauf herumkaut. Falls das zu entmystifizierend ist, füge ich einfach hinzu, er werde bei Vollmond von barfüßigen Jungfrauen geerntet…


Stimmt, die eingelegten Kapernblätter gibt es auch in dem Laden. Und auch die stehen bei uns im Kühlschrank. :-) Im Kartoffelsalat finde ich sie klasse, das habe ich zum ersten Mal bei Brigitte und Andreas gegessen.
[ Geschrieben am 27. Dezember 2007 um 10:12 Uhr von Immolakis ]
Meerfenchel war schon den alten Griechen bekannt und wurde gekocht als Salat verwendet. Man findet ihn an felsigen Meeresgestaden. Köstlich zu Salat sind auch eingelegte Kapernblätter. Die Kapernstaude ist verbreitet , blüht besonders schön (Kapernknospe, Kapernfrucht) . Blätter, Kapern und Frucht eingelegt in Essigwasser schmecken köstlich.
[ Geschrieben am 27. Dezember 2007 um 09:31 Uhr von katharina.prunner ]