Oliven und Kapern aus Milos
Dinge zu verköstigen, zu denen man einen ganz besonderen Bezug hat und die daher unvergleichlich schmecken, finde ich klasse. Fernab jeglicher Normen und objektiven Geschmacksbeurteilungen gibt es kulinarische Werte, die sich einem nur erschließen, wenn man das ganze Drumherum kennt und schätzt. Dazu zähle ich auch eine illustre Kollektion von Speziälitäten aus Milos, natürlich nicht offiziell erhältlich sondern… selbstgemacht, vom Freund eines Freundes.
Unter geringschätzigem Verhöhnen deutscher Gesundheitsämter und europäischer Schadstoff-Grenzwerte haben wir schon so manchen “local wine” oder selbstgebrannte Flüssigkeiten genossen, deren Besitz allein in vielen Ländern dieser Welt wahrscheinlich schon verboten ist.
Zu den lokalen Spezialitäten, die zwar gesundheitlich unbedenklich sind aber nicht unbedingt gängigen Standards entsprechen, zählen zum Beispiel Oliven und Kapern, die wir auch gern exportieren, um Freunde bei harmlosen Grillabenden damit zu erschrecken. Während besonders kleine, feine (ha, lächerlich!) Kapern für gewöhnlich ja teurer sind, bestechen unsere durch gewaltige Größe und einen prägnanten Geschmack. Sie stammen von den Latifundien des Herrn Katris, und ich schätze sie wirklich sehr. Sie sind authentisch, selber in Plastikflaschen eingelegt und bereichern jedes zünftige griechische Essen mehr als jede normierte Supermarkt-Ware.
Noch verwegener sind die Oliven, nahezu fleischlos und teils kleiner als die Kapern. Zugegeben, es ist eigentlich eine Sorte, die für die Ölproduktion gedacht ist (auch dieses Olivenöl lagert bei uns in größeren Gebinden), aber wenn man nun mal nur diese hat, werden die Oliven halt auch zum Essen gereicht. Und diese unscheinbaren Früchtchen, von fleißiger Albanerhand gepflückt, lösen in unserem nicht-griechischen Bekanntenkreis mehr noch als die Kapern reges Befremden aus. Wenn man die gängigen Kalamata- oder ähnliche Oliven kennt, hält man unsere für Olivenkerne.
Aber wenn das Interesse erst mal geweckt ist, und ich genau berichten kann, wo unsere echten “local products” gewachsen sind und wer sie geerntet und zubereitet hat, dann greift diese Faszination des Exotischen manchmal zumindest auch auf andere über. Geschmack ist eben sehr subjektiv.


Bestes griechisches Olivenöl kann man auch in diesem Shop bestellen.
[ Geschrieben am 29. Januar 2008 um 16:33 Uhr von Olivenöl-Quelle ]
Hallo, ihr!
Natürlich kommt mir das Bild bekannt vor. Hebt uns doch ein paar von eueren Oliven bis zum nächsten Mal auf, oder besser: Bringt sie einfach frisch aus Milos mit.
Andrea
[ Geschrieben am 19. Juni 2007 um 21:20 Uhr von Schmid Andrea ]