Griechisches Osterfest - Teil 2
Vor kurzem habe ich etwas zur Berechnung der Ostertermine in der orthodoxen und der lateinischen Kirche geschrieben. Das scheint an sich schon kompliziert, ist aber in Wirklichkeit noch komplizierter. Allein mit dem unterschiedlichen Frühlingsbeginn aufgrund der Verschiebung zwischen gregorianischem und julianischem Kalender lässt sich nämlich die diesjährige Konstellation - griechische Ostern zeitgleich mit Ostern in der Westkirche - nicht erklären.
Also… heute ist Vollmond (die Ostergrenze). Der Frühlingsanfang liegt bereits hinter uns, also ist nächsten Sonntag Ostern. Im orthodoxen Kalender ist heute erst Frühlingsanfang. Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang, also müsste man in Griechenland eigentlich erst den nächsten Vollmond abwarten. Und jetzt kommt’s: Der orthodoxe Mondkalender weicht ebenfalls ab - das heißt auch wenn man sich heute abend durch einen Blick an den Himmel vom real existierenden Vollmond überzeugen kann, ist er in der orthodoxen Theorie erst in vier Tagen dran, also am Freitag. Somit ist dieser orthodoxe Vollmond eindeutig nach dem orthodoxen Frühlingsbeginn, aber noch rechtzeitig vor dem lateinischen Ostersonntag, so dass beide Osterfeierlichkeiten zeitgleich stattfinden können.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass orthodoxe Hardliner, z.B. auf dem Athos, sich auch im täglichen Leben strikt nach dem julianischen Kalender richten - mit denen kann man wohl schlecht Terminabsprachen treffen…

