Rent a Bike Milos
“Rent a Bike” oder “Rent a Moto” - diese Schilder säumen die Straßenränder in vielen touristischen Orten Griechenlands. In Milos sieht man sie vornehmlich in Adamas, hier gibt es zumindest eine ausreichende Anzahl von Verleihern, die neben Autos eben auch die sehr beliebten Zweiräder anbieten. Aber was ist eigentlich in diesem Fall ein “Bike”?
Ich bin wirklich keiner, der der vermeintlich schönen alten Zeit nachweint, denn ich schätze technischen und gesellschaftspolitischen Fortschritt sehr. Aber was die Bikes und Motos angeht, bin ich recht sentimental veranlagt. Früher fuhr man auf griechischen Inseln das standardisierte Einheitszweirad - ein Yamaha-Moped mit halbautomatischer Fußschaltung und den üblichen Ausstattungsmerkmalen:
- labberiger Plastikschutz vor den Beinen
- durchgerosteter Auspuff, der den Waden immer wieder gefährlich nahe kommt
- plattgesessener Sitz, aus dessen Löchern Generationen von Touristen den Schaumstoff gepopelt haben
- Hupe mit Wackelkontakt
- Blinker mit noch stärkerem Wackelkontakt
- blinder Rückspiegel
- optional Scheinwerfer und Bremsen
Seit Jahren gibt es aber nun die sogenannten Scooter, moderne gesichtslose Motorroller, die erbarmungslos die alten Gurken abgelöst haben. Sie sind vermeintlich einfacher zu fahren, obwohl ich die Automatikschaltung auf Schotterpisten sehr ungeeignet finde. Und sie sind angeblich wartungsfreundlicher. Jedenfalls denke ich wehmütig an die Zeit zurück, wo man überall so ein altes Moped für ein paar Drachmen leihen konnte, um dann mit infernalischem Knattern ganz gemächlich die Küstenstraße entlang zu cruisen, während die Bandscheiben mangels Federung im nagelnden Rhythmus des Zweitakters geradegerückt wurden.

Das ist kein Scooter!

