Start > Milos > Strände im Süden

Beginnen wir mit der Südküste, von Ost nach West. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Strände der Südküste zum größten Teil sauberer sind als diejenigen an der Nordküste. Der häufig von Norden blasende Meltemi treibt recht zuverlässig alle möglichen Verunreinigungen wie Pflanzenteile oder anorganischen Unrat aufs Meer hinaus, so dass man im Süden größtenteils blitzsaubere Strände und glasklares Wasser vorfindet. Wohlgemerkt spreche ich hier von Unrat im und am Wasser, nicht von der Wasserqualität. Die ist eigentlich überall tadellos, wenn man vielleicht von den wenigen Häfen absieht.

Einer der zu Recht populärsten Strände ist Paleochori, der eigentlich aus drei separaten Strandabschnitten besteht, die um eine langgestreckte Bucht gruppiert sind. Über eine gut ausgebaute Asphaltstraße gelangt man zunächst an den mittleren Strand. Dieser verfügt über eine umfassende Infrastruktur und zählt damit zu den am meisten erschlossenen Stränden von Milos. Insbesondere in der Saison herrscht hier deshalb Hochbetrieb und häufig verkehrende Busse gewährleisten dann eine sehr gute Erreichbarkeit. Außer zahlreichen Pensionen haben sich drei Tavernen etabliert, von denen in der Vor- und Nachsaison allerdings nur eine geöffnet hat. In dieser Zeit ist es selbst in Paleochori recht ruhig; zwar wird man nicht alleine sein, doch an den weitläufigen Stränden verteilen sich die Besucher recht gut. Um den östlichen oder den westlichen Strand zu erreichen, geht man jeweils ein Stück zu Fuß am Wasser entlang, beziehungsweise durch das Wasser hindurch. Bemerkenswert sind außer den erstaunlich heißen Quellen, auf die man im seichten Wasser meist unerwartet stößt, auch die Schwefeladern, die die bunt schillernden Steilwände durchziehen. Gelegentlich sieht man hier Gruppen nackter Menschen, die sich über und über mit gelbem Gesteinsmehl einreiben - ein wenig skurril, aber es soll gut für die Haut sein... Alle drei Strandabschnitte weisen eine Kombination aus Kies und Sand auf. Nahe der Wasserlinie überwiegt der Kies, weiter hinten findet man aber auch ein sandiges Fleckchen.

Der Weg nach Agia Kyriaki führt zunächst über die Straße nach Paleochori, von der man rechts abbiegt. Sinnvollerweise aber nicht schon am Schild, welches den Weg nach Agia Kyriaki weist, sondern erst später bei einem von Hand gepinselten Wegweiser zum "Banana Beach Club". So erspart man sich ein ganzes Stück Sand- und Schotterpiste. Der Weg nach Agia Kyriaki führt durch ein erosionsbedingt zerklüftetes Tal hinab zur Bucht. Der genannte Bananenclub ist nur im Hochsommer in Betrieb, während der übrigen Zeit stellt er sich als Sammelsurium arg ramponierter Insignien des fröhlichen Strandlebens dar. Schirme, Bänke und Gerümpel überwintern hier, um in der kurzen Saison zum Leben erweckt zu werden. Wer sich daran nicht stört, kann am nahezu kiesfreien Sandstrand durchaus Gefallen finden. Zudem gruppieren sich um die Bucht noch ein paar Häuser, eingemauerte und zu Ferienhäusern umgewandelte Wohnwagen und eine Taverne, in der auch Zimmer vermietet werden.

Um Tsigrado und Firiplaka zu erreichen, fährt man auf einer LKW-Piste durch eine der sogenannten "Mining Areas". Wie überall auf Milos empfiehlt es sich auch hier, Schilder, die etwas von "24 Hours Truck Passing" verkünden, ehrfürchtig zu respektieren. Denn die rasenden, mit Bergen von Gestein beladenen LKWs tauchen meist in unübersichtlichen Kurven frontal von vorne auf... Kurz vor dem Ziel teilt sich der Weg am sogenannten Kap von Tsigrado. Wenige Meter nach Links und man kann sein Fahrzeug oberhalb vom Strand von Tsigrado abstellen. Eine steile, künstlich aufgeschüttete Sanddüne führt hinunter ans Wasser und gleichzeitig an einen der idyllischsten Strände von Milos. Die Bucht liegt windgeschützt, der feine weiße Sand lädt zum Entspannen ein und die von senkrechten Felswänden eingerahmte Kulisse trägt ihren Teil dazu bei, ein wenig die Zeit zu vergessen. Ein klarer Nachteil des Strandes ist jedoch seine geringe Größe. In Gesellschaft anderer Besucher kann es schnell ungemütlich werden, eben je nach persönlicher Toleranzgrenze. Um zum Strand von Firiplaka zu gelangen, wendet man sich an genannter Weggabelung nach rechts. Auch bietet sich einem zunächst von einem kleinen Parkplatz aus ein Überblick über die gesamte Bucht. Bei dieser Gelegenheit kann man auch gleich beurteilen, ob der Strand momentan überhaupt zugänglich ist. Unterhalb des Parkplatzes liegen nämlich eine Menge Felsbrocken im flachen Wasser und darüber muss man zunächst einmal hinwegsteigen, um an den Strand zu gelangen. Uns ist es schon passiert, dass eine starke Brandung das vereitelt hat. Der Strand von Firiplaka ist hauptsächlich sandig und bemerkenswert flach, so dass man viele Meter ins Wasser laufen kann und dabei doch noch nicht besonders nass wird. Er wird von einer äußerst steilen Felswand begrenzt, die die Steinschlagwarnungen glaubhaft erscheinen läßt. Auch hier treten, ähnlich wie in Paleochori, verschiedenfarbige Gesteinsschichten zu Tage; dem Laien gefällt's, der Fachmann kann wirklich etwas damit anfangen. Im Gegensatz zu Tsigrado verfügt Firiplaka über eine minimalistische Infrastruktur - die "Portokali" (=Orange) Strandbar, die allerdings nur in der Hochsaison in Betrieb ist.

Der Strand von Provatas ist bequem zu erreichen, denn genaugenommen ist es der Hausstrand des "Milos Beach Hotels". Dieses ist für hiesige Verhältnisse recht groß, der Strand hingegen im Verhältnis dazu recht klein. Daraus folgt, dass es in der Saison eng werden kann, ansonsten handelt es sich aber um einen recht netten, wenn auch unspektakulären Sandstrand. Es fehlt ihm etwas die geologisch attraktive Umgebung, die manch anderen Strand so reizvoll macht. Westlich von Provatas, in der weitläufigen Bucht, die sich bis Kipos erstreckt, schließen sich weitere Strände an, die weniger einfach zu erreichen, aber dafür um so interessanter sind.


Fotos Milos


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