Adamas


Adamas ist zweifelsohne das Zentrum des touristischen Lebens in Milos. Das klingt jedoch schlimmer, als es ist, denn Adamas ist mit seinen etwa 800 Einwohnern nicht mehr als ein kleines Örtchen, das lediglich überproportional viele Unterkünfte, Tavernen, Cafes und Souvenirläden aufweist. Im Hochsommer ist es zwangsläufig ziemlich überfüllt, aber ansonsten immer noch sehr beschaulich. Solange sich der Einfluss des Tourismus darauf beschränkt, dass hier die Gastronomie bereits um 19 Uhr warmes Abendessen bereithält, während anderswo noch die Stühle auf den Tischen stehen, ist die Situation sicher noch völlig in Ordnung.



In den letzten zehn Jahren hat sich Adamas merklich verändert, aber entgegen meinen Erwartungen in einem recht behutsamen Maße. Der Tourismus nimmt auf der gesamten Insel zu und die Zeit bleibt nicht stehen. Aber dennoch überwiegen nicht die Souvenirshops und Fast Food-Buden, sondern viele alteingesessene Betriebe - seien es Tavernen, Cafes, Bäckereien oder Lebensmittelgeschäfte - haben sich einfach weiterentwickelt und präsentieren sich zeitgemäßer und mit mehr Sinn für ihre Gäste bzw. Kunden.

Der gravierendste Eingriff in der jüngsten Vergangenheit war zweifellos der Bau der neuen Hafenanlage in Adamas, die 2000 fertiggestellt wurde. Bis dahin hatte sich der Hafen noch jenen Charme bewahren können, den man nun nur noch an der Paralia, der kleinen Hafenpromenade von Pollonia erleben kann. Den Charme, der den ursprünglichen Reiz der kleinen griechischen Hafenorte ausmacht, die noch nicht vom Massentourismus entstellt worden sind. Auch in Adamas saß man bis Ende der 90er Jahre vor den Tavernen direkt am Wasser und während man am Wein oder am Mokka nippte, plätscherte direkt unter einem das Meer gegen die alte steinerne Hafenmauer. Heute kaum mehr vorstellbar. Natürlich war es damals ziemlich eng und irgendwo musste sich auch noch der Verkehr zum Fähranleger hindurchschlängeln, aber genau dieses improvisierte Durcheinander, in dem trotz allem nie Hektik aufkam, war doch sehr liebenswert.

Die neuen Liegeplätze entstanden im Jahr 2000
Die neuen Liegeplätze entstanden im Jahr 2000
Service für Segler
Service für Segler

Durch den neuen Hafen wurde üppig Platz geschaffen, mit reichlich Parkplätzen, Bootsliegeplätzen und genügend Freiraum vor den Tavernen. Ich muss gestehen, dass ich damals erschrocken war, wie sehr das Gesicht von Adamas durch die Baumaßnahme modernisiert worden war. Es war klar, dass etwas Schönes, Liebgewonnenes unwiederbringlich verloren war. Ganz gleich mit wem man damals sprach, jeder äußerte sein Missfallen und trauerte dem alten Hafen nach. Mittlerweile relativiert sich die Sicht auf die Dinge, wahrscheinlich war für den Bau der neuen Hafenanlage einfach die Zeit gekommen. Hätte man alles beim Alten belassen, hätte sich Adamas sicher nicht in angemessenem Maße entwickeln können. So präsentiert sich der Ort heute als intakter, lebendiger Hafenort, als die wichtigste Anlaufstelle für den Tourismus auf Milos. In der Hauptsaison heftigst überfüllt, in der Nebensaison immer noch beschaulich und zeitweise sogar etwas verschlafen.



















Alle Fotos: Slideshow Adamas

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