Nachtleben - Bars und Clubs in Milos

Bei einer touristisch gemäßigten Insel wie Milos ist es naheliegend, dass auch das Nachtleben überschaubar bleibt. Wer im Urlaub Wert darauf legt, täglich bis zur Morgendämmerung abzutanzen und auch nach zwei Wochen immer noch neue Läden entdecken zu können, wird in jedem Fall enttäuscht sein. Erstens beschränken sich nennenswerte nächtliche Angebote auf die kurze Sommersaison im Juli und August, bestenfalls noch Anfang September. Zweitens ist die Menge der milischen Clubs sowohl abzählbar als auch endlich.

Dennoch zähle ich das Nachtleben in Milos zu den Annehmlichkeiten, die hier den Aufenthalt im Sommer durchaus bereichern. Es gibt einige eher kleine und zumeist sehr stilvoll eingerichtete Bars und Clubs mit sehr guter griechischer und internationaler Musik, guten Drinks und fast immer auch dem einmaligen Blick auf Meer und Sternenhimmel.

Adamas

Das Herz der Clubszene pulsiert entlang einiger weniger Treppenstufen. Diese führen am Ende der Häuserzeile an der Hafenpromenade zur nächsten Parallelstraße hinauf. Plori und Vipera Lebetina befinden sich links, Aragosta rechts. Das war's auch schon, und doch kommt zu fortgeschrittener Stunde richtig gute Stimmung auf. Auf besagter Treppe wird es recht eng und man wechselt gerne vom einen in den anderen Club hinüber. Das Schöne an der Sache ist, dass die Insulaner selber gerne abfeiern und es daher keine ausschließlich den Touristen vorbehaltene Location gibt. Und selbst bei den Touristen handelt sich gerade im Sommer vorwiegend um Griechen und Italiener, so dass es hinsichtlich Verhalten und Optik kaum zu Entgleisungen kommt. Im Klartext - mittel- und nordeuropäische Muscleshirt-Träger, die mit zunehmendem Alkoholgenuss immer lauter, aggressiver und paarungswilliger werden, finden weder den Weg nach Milos, noch könnten sie dort ob des gehobenen Preisniveaus bestehen.

Aragosta: Auch wenn es nachts gar nicht danach aussieht, in den Abendstunden fungiert das Obergeschoss des Ladens als Restaurant, zudem gibt es draußen, weiter oben links von der Treppe weitere Sitzplätze. Gegessen habe ich im Aragosta allerdings noch nie, sondern lieber die nachts feilgebotene Flüssignahrung verköstigt.

Vipera Lebetina: Der älteste Club von Milos liegt gleich gegenüber und gehört zweifelsohne zu den Läden mit dem besten Panoramablick auf den nächtlichen Ormos Milou. Draußen auf dem Balkon oder auch auf der kleinen Terrasse hat man einen fantastischen Blick auf die Bucht und die Yachten im Hafen.

Was man beim flüchtigen Vorübergehen für das Untergeschoss des Vipera Lebetina halten könnte, ist in Wirklichkeit das Plori. Hier drinnen wird im wesentlichen getanzt, und zwar reichlich klimatisiert. Draußen dagegen besteht nur ein minimales Platzangebot, so knapp, dass man sich kaum hineindrängen kann.

Ein Stück entfernt von diesen drei Clubs, oberhalb des Fähranlegers, befindet sich die Akri Bar. Hier gibt es draußen reichlich Sitzplätze mit tollem Blick aufs Meer - wenn nicht gerade mehrere Fähren im Weg liegen. Die kleine Bar beherbergt gelegentlich Kunstausstellungen, meist Fotografien oder Gemälde lokaler Künstler.

Eine besondere Rolle nimmt der Carnagio Club am Langada-Strand ein, der dem Betreiber des Aragosta gehört. Hierher zieht es die Ortsansässigen zu späterer Stunde, wenn in den anderen Läden der Zenit bereits überschritten ist. Vor 3 Uhr braucht man sich erst gar nicht blickenlassen, und erfahrungsgemäß brennt erst ab 4 Uhr richtig die Luft. Dann wird griechische Popmusik gespielt, gerne auch Zeimbekiko getanzt und Sekt und Cocktails fließen eimerweise.

Plaka

In den Gassen von Plaka verbirgt sich die Gatis Bar, ein hinreichend kleines Etablissement, das ich vor allem in der des Nachts kühleren Nebensaison für reizvoll halte. Denn im Gegensatz zu den oben genannten Läden in Adamas findet das Geschehen mangels Terrasse und Ausblick nur drinnen statt.